Warum tun wir uns das bloß an ???

Noch bevor die Sonne hoch steht  wollen wir auf See sein. Unser Ziel Warnemünde ….. Deutschland wir kommen!!!

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Das sind die schönsten Aufnahmen des Tages – allerdings auch die Einzigsten. Bei dem was uns dann erwartete ließ es keine Fotos mehr zu.

Die Wetterprognose ……sonnig, Wind aus Südwest, 5-6 Bft. Nicht einfach, aber durchaus machbar. Die nächsten 50 Seemeilen sollten nicht einfach werden, das war uns völlig klar. Aber wir waren schon eine Woche überfällig – wir wollten endlich nach Deutschland . Das Ziel Warnemünde!!! 6.30 Uhr Leinen los und  wir verlassen den Hafen von Insel Møn – Klintholm ( Dänemark ) Kurs 220 Grad angelegt –  es geht los. Doch wie schwer und grenzwertig es noch für uns werden sollte stellten wir nach 2 Stunden fest. Nach ca. 10 Seemeilen bekamen wir zu spüren was wir noch durchmachen sollten, 6 Bft. sind eine Sache, aber dann wurde es plötzlich diesig und dunstig. Die Sicht ging auf ca. 1 – 2 Seemeilen zurück. Angesagt war laut Wetterdienst – SONNE . Vor uns die Seeschifffahrtsstrasse (anlaufend aus drei Richtungen) also mächtig Schiffsverkehr auf unserem Kurs. Frachter, Containerschiffe, Tanker und Fähren – gefühlt, alles was schwimmt. Die Wellen wurden zu Giganten – bis 4 m Höhe. Das hatten wir noch nicht erlebt……. Wir wollten unseren Kurs abfallen lassen, doch daraus wurde nichts …… Untiefen, Stellnetzte etc. Unsere Yacht kämpfte mit uns gegen die Gewalten und wir krachten aus enormen Wellenhöhen im 45 Gradwinkel auf die tosende See – dann die Bugspitze eingetaucht, Wassermassen überspülten uns und schlugen heftig ins Cockpit ein. Über uns hinweg klatschte das Wasser in die Plicht um sich dann den Weg in das Schiff zu suchen. Es war alles nass! Alles was wir an Handtüchern greifbar hatten wurde auf dem Boden verteilt – der Navigator brachte mir dann dicke Handschuhe und ebenfalls ein Handtuch um mir die Klamotten halbwegs trocknen halten zu können, aber die nächste Welle kam gleich hinterher – es wurde zum Kampf gegen Wellen, Wind, Nässe und Kälte!

Wir versuchten vergebens mehrfach die „Straße“ zu durchfahren und/oder zu überqueren, mussten aber immer wieder abbrechen – im Dunst erschienen die Monster ( Grossschiffe). Wir kamen einfach nicht voran und änderten den Kurs ……dann eben erst neben dem Großschifffahrtsweg herfahren,  hoch bis Ansteuerung Gedser und nach 22 Sm einen neuen Versuch, bis dahin weiter kämpfen und die Augen auf…… Die Grossschiffe kürzen hier gerne mal ab.

Über Funk hören wir, dass einige Versuche gestartet wurden die Segelyacht Grenn I.. zu erreichen…… dann später über Notrufkanal 16 …. eine Suchaktion wurde eingeleitet bestätigte L……Radio. Hoffentlich geht bei denen alles gut!!! Nach 58 Seemeilen und 13 Stunden Schwerstarbeit die Leinen im Yachthafen von Warnemünde festgemacht:). Wir schafften kurz vor Gedser den Großschifffahrtsweg zu überqueren da die Sicht besser war. Gebührend empfangen wurden wir übrigens auch ……. nur noch 1m Welle, welche uns vorkommt wie ein Ententeich ( Grins ). Die Sonne lacht wieder am Himmel und natürlich für uns. Mit einem Marineschiff laufen wir in den Hafen ein ….. was soll jetzt noch passieren??!!

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Wir sind müde, kaputt und legen und hin…… Morgen geht es nach Kühlungsborn…… der letzte Hafen vor Grömitz.

Tag 77 - Mittwoch den 23.09.2015
Tag 79 - Freitag den 25.09.2015

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